Mehr Investition in Waldbrandschutz dringend erforderlich!

01.08.2019

Bäume sind die Lungen unserer Erde. Sie sind ein Schatz, den es zu schützen und zu erhalten gilt. Ein Jahr nach dem verheerenden Waldbrand besuchte ich gestern mit der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner MdB, den Treuenbrietzener „Schwarzwald“ in Frohnsdorf. Und immer noch ist es ein seltsames Gefühl, ihn zu betreten. 

Wind und Wetter konnten uns nicht aufhalten. Die Bedingungen für den Besuch der Ministerin hätten besser sein können. Während im vergangenen Sommer Hitze und Trockenheit Mensch und Baum zu schaffen machten, waren es gestern unwetterartige Regenschauer und ein vor unserem Auto umstürzender Baum.

In der Sache waren wir uns einig: Es muss dringend in den Waldbrandschutz investiert werden. Klimaschutz, Waldumbau und damit verbunden auch die Entfernung von Munition aus unseren Wäldern sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Das Land darf sich nicht länger raushalten und die Verantwortung den Kommunen allein überlassen. Der Bund stellt dafür jährlich Gelder zur Verfügung. Nur leider gehört das Land Brandenburg zu den Bundesländern, die diese Gelder nicht oder nicht in vollem Umfang abrufen. Gelder, die den Kommunen bei der Bewältigung dieser Aufgaben helfen würden. Im Bereich des Brandschutzes und der Wiederaufforstung spielt es auch keine Rolle, ob private oder kommunale Waldbesitzer davon profitieren. Sie werden gleichberechtigt behandelt.

Angesichts der hohen Schäden sind die vielen netten Worte seitens des Ministerpräsidenten blanker Hohn. Ministerpräsident Woidke brüstet sich damit, Unterstützung zu gewähren. Im Falle der Stadt Treuenbrietzen bedeutet das eine Förderung durch das Land Brandenburg in Höhe von ca. 40.000 € mit 68%igem Eigenanteil der Stadt. Das reicht für ca. 15 Hektar Wald! Bei weitem nicht genug!

Bundesministerin Klöckner hat jetzt angekündigt, ein Mehrere-Millionen-Bäume-Programm auf den Weg zu bringen. Das unterstütze ich aus ganzem Herzen! Für Brandenburg wäre das Potenzial bei 25 Millionen Bäumen. Ich bin gespannt, ob Deutschland nur Lippenbekenntnisse in sozialen Netzwerken begeht oder dem jüngsten Beispiel Äthiopiens folgt und jeder seinen behänden Beitrag leistet!

Bundesministerin Klöckner zeigte sich bei unserem Vor-Ort-Termin erschüttert über die Auswirkungen des Brandes und dankte allen Helfern. Gleichzeitig sagte sie Unterstützung bei Waldbrandbekämpfung und Wiederaufforstung zu:

„Der dramatische Waldbrand hier im vergangenen Jahr hat uns alle erschüttert. 400 Hektar Wald sind vernichtet worden. Selbst ein Jahr später sieht man noch, wie das Feuer gewütet hat. Ein großer Dank geht an die Einsatzkräfte und freiwilligen Helfer für ihren unermüdlichen Einsatz. Und an alle, die Evakuierte bei sich zu Hause aufgenommen haben. Unsere Wälder sind durch solche Extremwetterereignisse in ihrer Existenz bedroht. Im vergangenen Jahr haben wir als Bundesministerium schnell reagiert und gemeinsam mit den Ländern finanzielle Unterstützung auf den Weg gebracht: Insgesamt zusätzliche 25 Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre.

Wir brauchen darüber hinaus massiv Geld aus dem Klimafonds, um jetzt überall in Deutschland wieder aufzuforsten – mindestens 500 Millionen Euro. Denn unser Wald leidet: Unter Waldbränden, Trockenheit, Stürmen und Schädlingen – ein verheerendes Bild, wie wir auch hier in Treuenbrietzen sehen. Es geht deshalb jetzt um das Anpflanzen von standortangepassten Baumsorten, die damit auch klimastressresistent sind. Denn: Bäume, die heute eingehen und die wir nicht nachpflanzen, fehlen uns morgen. Wer es mit dem Klimaschutz und der Nachhaltigkeit ernst meint, muss jetzt bereit sein, öffentliches Geld in die Hand zu nehmen für den Abtransport des Schadholzes und für Neuanpflanzungen.

Ich unterstütze den Vorstoß des Bundesinnenministers zur Einrichtung einer bundesweit einsetzbaren Task Force zur Waldbrandbekämpfung. Um Schaden von Mensch und Natur bei Waldbränden so schnell wie möglich abzuwenden, brauchen wir mehr Personal und Material zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren. Hierfür muss die Flotte der Hubschrauber der Bundespolizei aufgestockt und Räumpanzer und gepanzerte Löschfahrzeuge beim THW angesiedelt werden.“